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Black - Plank

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- die Legende vom schwarzen Strand –


Hat man das Vergnügen, bei einer alten Schleswig-Holsteinischen Familie des Abends an ein prasselndes Kaminfeuer bei Bier und Doppelkorn eingeladen zu werden,
so kann es passieren, dass das älteste Familienoberhaupt zu später Stunde einen Einblick in die Geschichten gibt,
von denen schon die UrUrUr-Großmutter zu erzählen wusste. Nicht unwahrscheinlich ist es dann, wenn das Kaminfeuer bereits runtergebrannt ist und die gute Stube
nur noch vom Glimmen der Glut in verhaltenes Licht getaucht wird, von der Legende des schwarzen Strandes zu hören…

Es wird erzählt werden von einer Heimsuchung, von einer Erscheinung, ja von einem Geist, dessen Seele immer wieder an den Weißenhäuser Strand zurückkehrt.
Niemand weiß genau wann, doch höchstens einmal im Jahr, des Nachts, färbt sich der Sand des Weißenhäuser Strandes schwarz, erzählt man sich.
In diesen Nächten schwört so manch unbedarfter Nachtwanderer Stein und Bein, dass er eine junge Frau in einem weißen Kleid auf den Salzwiesen gesehen hat.
Die Laterne in Ihrer Hand taucht sie in leichenfahles Licht, obwohl auch sie selbst nicht von der Dunkelheit verschlungen zu werden vermag. Nur eine kleine Unaufmerksamkeit,
nur ein Wimpernschlag genügt, und sie ist verschwunden, als wäre sie nie dagewesen, und nur das Rauschen der dunklen See bleibt zurück.

Die einen sagen, es ist ein Fluch. Die anderen, dass die Dame in weiß das Vieh und die umliegenden Siedlungen beschützt.
Doch die Ältesten wiederum meinen sogar ihren Namen zu kennen. Die Geschichte erzählt von der jungen Isabelle LeFavre, einer Maid aus gutem, wohlhabendem Hause,
deren Händlerfamilie im späten 16. Jahrhundert am Weißenhäuser Strand sesshaft wurde. Isabelle verliebte sich in einen einfachen Fischersjungen aus einem
nahe gelegenen Dorf und schon bald versprach sich das junge Paar einander. Doch das Glück war der zarten Liebe nicht hold. Es war die Zeit des Großen Nordischen Krieges,
und wie jeder weiß, ist Krieg schlecht für das Geschäft.

Schon bald war das Familienvermögen dahin, Vater und Mutter an Alter und Gebrechlichkeit gestorben, die Belegschaft verschwunden und Isabelle und ihr Geliebter
bewohnten das große, weiße Haus alleine, während sich über das spärliche Mobiliar vieler ungenutzter Räume der Staub legte. Kriegszeiten sind entbehrungsreiche
Zeiten und die Fischerei vermochte es nur spärlich, Isabelle und ihren Mann zu ernähren. Oft war das einzige, was ihre Mägen füllte, nur die Liebe zueinander,
während um sie herum die Farbe von den Wänden blätterte und der Wind durch tausende Risse in den Fenstern des Hauses pfiff.

Der Fischer vermochte es nicht länger, seiner zierlichen Frau beim Hungern zuzuschauen und so fasste er einen Entschluss, den viele Fischer und Seemänner damals fassten,
als Kälte und Hunger drohend an der Tür klopften: er wurde Seeräuber. Zunächst lockte die Bande nur Versorgungsschiffe durch falsche Leuchtfeuer auf die tückischen Klippen,
doch schon bald mussten sie selbst auf gekaperten Schonern Schiffe auf hoher See aufbringen. Und Isabelle blieb alleine zurück.
Jedes Mal, wenn Ihr Mann für Wochen auf Kaperfahrt ging, schaute Isabelle auf die See hinaus. Ging Ihr Mann auf Raubzug, wünschte sie sich stets dasselbe von ihm:
Dass er heil zu Ihr zurückkehren möge Ihr Mann schwor beim Sand des Strandes, dass er wiederkehrt, eine schwarze Perle in den Händen.

Doch eines stürmischen Herbstes wartete Isabelle vergebens. Wochen und Monate zogen ins Land, ohne dass ein schwarzes Segel am Horizont auftauchte.
Tag für Tag stand sie, spärlich bekleidet, bei Wind und Wetter auf dem Deich und spähte auf die unruhige See hinaus. Des Nachts sah man das Licht einer Laterne
auf der Spitze der Überseebrücke schimmern, Schnee und Graupel schienen ihr nichts auszumachen, wenn sie des Winters durch die Marschen mäanderte,
die Augen stets auf den grauen Horizont gerichtet. Der letzte Mensch, der ein Lebenszeichen von Isabelle LeFavre wahrnahm war der Deichgraf,
der auf einem Rundgang in der regnerischen Abenddämmerung im Frühling das Licht ihrer Laterne wieder einmal auf der Spitze der Überseebrücke erspähte, als es plötzlich verlosch.

Niemand hat Isabelle LeFavre jemals wieder lebend gesehen. Doch schon bald sprach man von der Frau in weiß, die einmal im Jahr,
wenn der Strand sich wie von einer Flechte des Nachts befallen schwarz färbte, durch die Marschen wanderte, eine Laterne in der Hand.
Das letzte Mal, dass die Dame in weiß auftauchte, war das Jahr 2009. Seitdem ist es ruhig um die Legende von Isabelle LeFavre geworden.
Doch wann färbt sich der Weißenhäuser Strand wohl das nächste Mal schwarz?

(Original-Zitat: http://www.plagenoire.de/public/event/geschichte/)

Wir kennen die Antwort ..... 27 & 28.04.2018!

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